Außer Spesen nichts gewesen


Im Januar 2004 ist mir bei einem Skiunfall das vordere Kreuzband des linken Knies gerissen, zur Behandlung habe ich mich zu Dr. L**** in Köln begeben (vollständigen Namen gibt es auf Anfrage). Dieser hat jedoch nicht erkannt, dass das Band gerissen war, sondern ging von einem Meniskusschaden aus.

Zur OP wurde ich nicht aufgefordert, die vorhandenen Röntgenbilder mitzubringen, sondern wie selbstverständlich wurden neue Aufnahmen gemacht. (Bringt ja alles Geld ein und die Kasse zahlt!) Die OP selbst wurde in Vollnarkose durchgeführt, eine örtliche Betäubung stand nie zur Wahl. Nach der OP erfuhr ich, dass das Band gerissen war, dies habe er entfernt, ebenso wie einen kleinen Teil vom Innenmeniskus.
Verständlicherweise war ich geschockt, denn Dr. L**** hat mir nicht gesagt, dass man das Band auch nachträglich noch ersetzen kann. Diese Kenntnis musste ich mir aus anderer Quelle erwerben. Dr. L**** ist der Ansicht, dass ein junger sportlicher Mensch kein vorderes Kreuzband braucht, Studien hätten gezeigt, dass 85% der Leute ohne Kreuzband keine Probleme hätten. Meine Physiotherapeuten schüttelten da nur ungläubig den Kopf. Auch diverse Quellen im Internet empfehlen bei Sportlern den Ersatz des Bandes. In den ersten Tagen nach der OP glaubte ich, nie wieder Ski fahren zu können, kein toller Gedanke.

Bei jeder Visite von Dr. L**** sah ich ihn maximal 2 Minuten, er ist sehr kurz angebunden und hat anscheinend auch keinen Bedarf an einem Patientengespräch, welches wahrscheinlich aber mit der Kasse abgerechnet wird.
Der Thrombosestrumpf war so eng, dass ich für Monate danach eine taube Stelle am großen Zeh hatte. L**** nur lapidar: "Das kommt schon wieder." Hat aber verdammt lange gedauert.

Nach 26 Reha-Sitzungen konnte ich wieder normal gehen, jedoch hatte ich an vielen Tagen bei jedem Schritt ein Knacksen im Knie, dass stärker wurde und dann vorerst mit einem heftigen Knacks verschwand.

Zum Ersatz des Bandes hat mir mein Hausarzt Dr. Heyl empfohlen, was sich als sehr guter Tipp herausstellte. Endlich einmal nimmt sich ein Orthopäde Zeit für ein Gespräch, die OP hätte ich verfolgen können, wenn ich nicht Restgefühl im Bein gehabt hätte. Nach der OP bekam ich Videoaufnahmen von wichtigen Stellen auf CD mit nach Hause. Dort sah man auch, was nicht perfekt lief und er mir persönlich schon erzählt hatte.

Der größte Witz war jedoch der Anfang der OP. Dr. Heyl schaute in das Knie und ich war noch bei Bewusstsein. Das vordere Kreuzband war eben nicht entfernt worden, sondern am hinteren festgewachsen! Ebenso konnte er keine Operationsfolgen am Meniskus entdecken!
Jetzt stelle ich mir natürlich die Frage was Dr. L**** überhaupt operiert hat! Aber vielen Dank, dass ich die Reha machen durfte und meine Kasse den Spaß bezahlt hat!

Von daher hiermit meine Empfehlung, nicht zu Dr. L**** zu gehen. Dessen "Praxis" ist eine Geldmaschine mit Stakkatoabfertigung und bei der OP kann man sich nicht sicher sein, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Gute ärztliche Betreuung sieht ganz anders aus!

Wegen der zweiten OP bekam ich natürlich von meiner Kasse einen Fragebogen, warum diese OP nötig war und ob die Kasse Geldansprüche an Dritte hat, z.B. Unfallverursacher. Was werde ich dort wohl reinschreiben?


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